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Bälle der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™

2010 Südafrika

Jabulani is the Official Match Ball of the FIFA World Cup Southafrica 2010

Der offizielle Matchball der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ heisst Adidas Jabulani.

Nicht nur die Mannschaften müssen sich für die Weltmeisterschaft qualifizieren, auch der offizielle Matchball musste sich den Tests des FIFA-Qualitätskonzeptes für Fussbälle unterziehen. Nach eingehender Prüfung wurde ihm das FIFA APPROVED Gütesiegel verliehen.

Nun freuen wir uns auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™, wo adidas Jabulani die Hauptrolle spielen wird und in vielen spannenden Szenen seine Qualität unter Beweis stellen kann..

2006 Deutschland

Über drei Jahre Forschung und Entwicklung stecken im „+Teamgeist™“, dem bislang besten Fussball von adidas. 14 Einzelteile wurden völlig neu verarbeitet und sorgten so für ein perfektes Ballgefühl, das die Spieler zu Höchstleistungen animierte.
Der Ball wurde mehrfach auf Herz und Nieren geprüft: zuerst vom adidas-Expertenteam im Labor, dann von Profispielern und -klubs auf dem Spielfeld. Hinzu kamen weitere Tests zusammen mit der Sporttechnologie-Forschungsgruppe der renommierten Universität Loughborough. Alle Tests bestätigten, dass der +Teamgeist™ runder, präziser und beständiger war als jeder andere Ball.
Erst im Elfmeterschiessen wurde das Finale in Berlin entschieden. Frankreich weinte, während Italien seinen vierten WM-Titel bejubelte. Nicht weniger als zehn Spieler hatten für Italien bei dieser WM getroffen – eine einzigartige Teamleistung. Auf Seiten Frankreichs bleibt währenddessen Zinedine Zidanes rote Karte in Erinnerung.

2002 Korea/Japan

Während dreier Jahre hatten die Forscher in den adidas-Laboratorien im süddeutschen Scheinfeld am WM-Ball getüftelt. Ergebnis war der sechslagige „Fevernova“. Sein Inneres bestand aus einer Blase aus natürlichem Latex, dann kamen eine dreilagige Raschelware, synthetischer Schaum, eine Polyurethanschicht, eine Schutzschicht aus Iriodin und schliesslich ein durchsichtiger, abriebfester Polyurethanfilm. Das traditionelle Triaden-Muster war zwei grossen Triaden gewichen, deren Ecken sich im Uhrzeigersinn in Grau, Rot und Gold nach aussen drehten. Ebenfalls neu war die Grundfarbe: Champagner statt Weiss. Über 2500 Bälle wurden für die Endrunde hergestellt. Hinzu kamen sechs Millionen hochwertige Originale und Nachbildungen, die weltweit verkauft wurden.
Im Finale im japanischen Yokohama trafen mit Brasilien und Deutschland die beiden erfolgreichsten WM-Teams aufeinander. Mit seinen beiden Toren in der zweiten Halbzeit sicherte Ronaldo den Brasilianern nicht nur ihren fünften WM-Titel, sondern schüttelte endlich auch die Geister von 1998 ab. Es war ein hartes, ausgeglichenes Duell, in dem die individuelle Klasse von Ronaldo schliesslich den Ausschlag gab.

1998 Frankreich

Mit dem „Tricolore“ gelangte 1998 erstmals ein farbiger Ball zum Einsatz. In den Triaden waren einige typische Symbole von Gastgeber Frankreich verewigt: Hahn, TGV und Turbine. Der Ball war aus syntaktischem Schaum gefertigt, der mehr Fülle und einen explosiveren Rücksprung versprach als herkömmliche Materialien. Der Schaum bestand aus Gasbläschen, die bei jeder Ballberührung gleichmässig Energie freisetzten.
In Paris kam es zum Traumfinale zwischen Gastgeber Frankreich und Titelverteidiger Brasilien, der seltsam gehemmt schien, allen voran der angeblich angeschlagene Superstar Ronaldo.
Die Franzosen wollten vor heimischer Kulisse unter allen Umständen gewinnen. Fast mühelos gingen sie durch zwei Kopfballtore des nachmaligen FIFA-Weltfussballers des Jahres, Zinedine Zidane, 2:0 in Führung.
Emmanuel Petit erhöhte schliesslich auf 3:0 und machte Frankreichs ersten WM-Triumph perfekt. Nach den unglücklichen Halbfinalniederlagen 1982 und 1986 ging der FIFA WM-Pokal damit endlich in die Heimat von Jules Rimet, dem Begründer der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™, was ausgiebig gefeiert wurde.

1994 USA

Der „Questra“ symbolisierte den Griff nach den Sternen, die sich denn auch in den Triaden wiederfanden. Der Ball wurde in Frankreich hergestellt und von den Teams und Spielern in Europa und den USA ausgiebig getestet. Er bestand aus fünf verschiedenen Materialien, ganz aussen aus widerstandsfähigem und dennoch nachgiebigem Polyurethan.
Im Finale kam es zu einer Neuauflage des Endspiels von 1970. Dieses Mal biss sich Brasilien an der italienischen Verteidigung allerdings die Zähne aus. Nach 120 Minuten stand es immer noch 0:0, dies vor allem auch, weil Roberto Baggio, der Italien praktisch im Alleingang ins Finale geschossen hatte, an der Achillessehne verletzt und weitgehend wirkungslos geblieben war.
Folglich ging ein WM-Finale erstmals ins Elfmeterschiessen. Für Brasilien hatte bereits Marcio Santos verschossen, für Italien Baresi und Massaro, als Baggio den Ball weit über Taffarels Tor hämmerte und der Seleção damit ihren vierten WM-Titel schenkte

1990 Italien

Ein etruskischer Löwe zierte die Triaden des „Etrusco“, der ebenfalls aus verschiedenen vollsynthetischen Schichten gefertigt war. Eine Schicht aus Latex sorgte für die nötige Stabilität und Reissfestigkeit, eine aus Neopren für optimalen Wasserschutz und die äussere Hülle aus Polyurethan für möglichst wenig Abrieb und einen perfekten Rücksprung.
Im Finale standen sich wieder Argentinien und die BR Deutschland gegenüber.
Das Spiel kam jedoch nicht annähernd an das erste WM-Finale zwischen den beiden heran. Ein einziges Tor entschied letztlich die Partie: Brehmes Strafstoss in der 85. Minute nach einem Foul an Völler.
Auch sonst ging es hitzig zu und her. Gleich zwei Argentinier sahen Rot: zuerst Monzon nach einem Foul an Klinsmann und in der 87. Minute auch noch Dezotti, der Kohler den Ball aus den Händen reissen wollte, weil dieser seiner Ansicht nach auf Zeit spielte. Damit war Franz Beckenbauer nun auch als Trainer Weltmeister, was vor ihm erst einem gelungen war.

1986 Mexiko

Der aus mehreren synthetischen Schichten gefertigte „Azteca“ war für damalige Verhältnisse revolutionär. Die einzelnen Schichten, die alle verschiedene Eigenschaften aufwiesen, verliehen dem Ball mehr Stabilität und Festigkeit und machten ihn vollständig wasserdicht. Hinzu kam das innovative Design: Triaden in Form einer aztekischen Mauer – ein absolutes Novum.
Im Finale traf Kampfgeist auf spielerische Brillanz.
Dank zweier Tore schien Argentinien einem ungefährdeten Sieg entgegenzusteuern, bis die Deutschen – nicht zum ersten Mal in einem WM-Finale – Moral bewiesen und in der 82. Minute zum Ausgleich kamen.
Angefeuert vom Publikum, warf Argentinien alles nach vorne. Schlieslich war es Burruchaga, der der Albiceleste nach einem mustergültigen Pass von Kapitän Maradona den zweiten WM-Titel sicherte.
Mann des Abends war Maradona, der auch ohne eigenen Treffer keinen Zweifel daran liess, wer derzeit der beste Spieler war.

1982 Spanien

Mit dem „Tango España“ begann das Zeitalter der synthetischen Bälle. Zwar bestand der Ball noch immer weitgehend aus Leder, mit seiner wasserabstossenden Polyurethanschicht war er aber zu einem echten Hightech-Produkt geworden.
Im Finale traf die BR Deutschland auf Italien, das sich nicht etwa auf die überragenden Qualitäten seines 40-jährigen Torhüters Dino Zoff verliess, sondern keck nach vorne spielte.
Die Angriffsbemühungen wurden in der 59. Minute schliesslich belohnt: Paolo Rossi, der bei dieser WM bereits fünfmal getroffen hatte, verwertete mit einem Flugkopfball eine Flanke von Gentile zum 1:0. Italien gewann letztlich 3:1 – und das trotz eines verschossenen Elfmeters!

1978 Argentinien

Bei der WM 1978 in Argentinien liess sich adidas bei der Namensgebung erstmals vom Gastgeber inspirieren: Tango hiess der WM-Ball, der zudem zum ersten Mal das adidas-Markenzeichen – ein dreistreifiges Dreieck oder kurz „Triade“ – trug.
Im Finale in Buenos Aires war von Anfang an viel Zündstoff. Ganze fünf Minuten hatten die Argentinier auf sich warten lassen, bis es endlich losgehen konnte. Die Niederländer waren ausser sich vor Wut und spielten statt totalen Fussball nun voll auf den Mann, genauso wie die Argentinier.
Mann des Tages war Kempes, der in der Verlängerung zuerst zwei Verteidiger, den Torhüter und dann auch noch zwei Abwehrspieler auf der Linie ausnahm und mit seinem zweiten Treffer Argentinien 2:1 in Führung brachte. Das 3:1 von Luque war letztlich nur noch Zugabe.
Einmal mehr blieb den Niederländern nur der Titel der Sieger der Herzen. Argentinien im blau-weissen Konfettiregen war währenddessen der strahlende Sieger.

1974 Deutschland

Bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ 1974 in Deutschland erlebte der Telstar als „Durlast“ eine Neuauflage.
Im Finale traf der Gastgeber mit den Niederlanden auf das damals weltbeste Team, das gleich zu zaubern begann. Unwiderstehlich setzte Johan Cruyff zu einem Solo über den ganzen Platz an und liess dabei Gegner um Gegner stehen, bis er von Uli Hoeness regelwidrig gestoppt wurde.
Johan Neeskens verwandelte den fälligen Strafstoss, was die Niederländer sichtlich beflügelte. Wie berauscht spielten sie nun, bis Wim Jansen Paul Breitner von den Beinen holte und Deutschland zum Ausgleich kam. Nun wurde das Finale zu einem richtigen Schlagabtausch. In der 68. Minute war es schliesslich Gerd Müller, der auf Zuspiel von Rainer Bonhof für die Entscheidung sorgte. Damit durfte Franz Beckenbauer bei seinem dritten Anlauf endlich die lang ersehnte WM-Trophäe entgegennehmen.

1970 Mexiko

In Mexiko begann die Ära von adidas, die bis heute anhält. Das deutsche Unternehmen wurde offizieller Balllieferant und verpasste dem Ball als Erstes einen charakteristischen Namen: Telstar in Anlehnung an den kleinen, runden Kommunikationssatelliten, der 1962 von Florida aus ins All geschossen wurde und wohl nicht zuletzt dank dem gleichnamigen Welthit von „The Tornados“ weltbekannt wurde. Der Lederball aus 20 weissen Sechs- und 12 schwarzen Fünfecken war dem weiss-schwarzen Satelliten zum Verwechseln ähnlich und wurde zum Inbegriff des Fussballs, der weltweit unzählige Künstler, Grafiker und Zeichner inspirieren sollte. Der Telstar, von dem für die Endrunde gerade einmal 20 Stück gefertigt wurden, war ein echter Verkaufsschlager. Nach dem Turnier ging er ganze 600 000 Mal über den Ladentisch.
Im Finale traf Angriffszauber auf Defensivkunst. Mit einem spektakulären Kopfball brachte Pelé Brasilien in Führung. Ein leichtsinniger Rückpass von Clodoaldo mit der Hacke ermöglichte Italien jedoch den Ausgleich. Nach einer flachen Hereingabe legte Gerson für Brasilien aber bald wieder vor. Jairzinho, der als einziger in jedem Spiel ein Tor erzielt hatte, erhöhte schliesslich auf 3:1, bevor Kapitän Carlos Alberto nach einem herrlichen Sturmlauf für den 4:1-Endstand besorgt war.
Die Brasilianer feierten ihren dritten Titel und durften die Jules-Rimet-Trophäe damit behalten.

1966 England

Für die WM-Endrunde 1966 lud der englische Fussballverband alle führenden Anbieter ein, einen neutralen Ball einzureichen, so auch Slazenger, ein Sportartikelhersteller aus Dewsbury in Yorkshire. Dem 32-jährigen Malcom Wainwright, der seit seinem 16. Lebensjahr Bälle herstellte und als bester Näher der Firma galt, kam die Ehre zu, das Muster anzufertigen. „Ich habe insgesamt etwa 20 Bälle genäht“, erzählt er. „Sie bestanden aus 24 Teilen, das heisst sechs Bändern aus je drei Stück Leder. Die Mittelteile der Bänder hatten an den rechten Winkeln eine zusätzliche Naht und boten somit besseren Halt. An diesen Stellen musste ich besonders sorgfältig arbeiten.“
„Die Bälle wurden vom Geschäftsführer gewogen und von Auge geprüft. Dank seiner Erfahrung konnte er sofort sehen, ob die Bälle wirklich rund und die Nähte perfekt waren. Er wählte schliesslich den besten aus und schickte ihn nach London.“
Die eingereichten Bälle wurden mit Nummern versehen und anschliessend von Experten des Verbands auf Umfang, Druckverlust, Gewicht, Rückprall usw. geprüft. Das Rennen machte schliesslich Slazenger.
Wainwright und sieben weitere Näher waren in der Folge für die Produktion der 300 Bälle besorgt, die für die WM benötigt wurden. Jeder Ball war im Innern mit dem Namen des Nähers versehen. Dies hatte ganz praktische Gründe. Bevor die letzte Naht geschlossen wurde, musste ein Facharbeiter nämlich die Blase einsetzen. Da die Näher im Akkord bezahlt wurden, musste der Ball danach wieder dem richtigen Näher zugeteilt werden.
Der Ball, der beim 4:2-Finalsieg Englands gegen die BR Deutschland verwendet wurde, blieb für Jahre verschwunden. Eigentlich hätte er an Geoff Hurst, den einzigen Schützen eines Hattricks in einem WM-Finale, gehen sollen, doch irgendwie geriet er in die Hände des Deutschen Helmut Haller. Der gab ihn seinem Sohn, der mit dem edlen Stück danach während Jahren im Garten gespielt haben soll. Heute ist er im nationalen Fussballmuseum in Preston in England zu bestaunen. Wer das Meisterstück tatsächlich gefertigt hat, ist nicht bekannt. Der Name dürfte für immer und ewig ein Geheimnis bleiben, denn wer möchte das wertvolle Exemplar dafür schon auftrennen?

1962 Chile

Die Bälle der WM 1962 entsprachen in keiner Art und Weise europäischen Standards. Zahlreich waren die Klagen, dass sich die Bälle bei Regen mit Wasser vollsogen und bei Sonnenschein an Farbe verloren. Fünf Bälle standen für das Eröffnungsspiel zwischen Chile und der Schweiz zur Verfügung. Doch keiner fand vor dem englischen Schiedsrichter Ken Aston Gnade. Ein Ersatzball war auf die Schnelle allerdings nicht zur Hand. Erst in der 55. Minute konnte das erbärmliche Original ausgetauscht werden. Nach diesem Vorfall wurden für die restlichen Spiele umgehend europäische Modelle eingeflogen.
Im Finale in Santiago ging Aussenseiter Tschechoslowakei überraschend in Führung. Titelverteidiger Brasilien war ernsthaft gefordert, konnte glücklicherweise aber auf die tatkräftige Unterstützung von Torhüter Shrojf zählen, der die ansonsten so bombensichere tschechische Abwehr an diesem Tag ganz alt aussehen liess. Zuerst liess er einen haltbaren Schuss von Amarildo passieren, dann stand er beim Kopfball von Zito nicht auf seinem Posten, und zu guter Letzt liess er einen Flankenball von Djalma Santos genau vor die Füsse von Vava fallen, der keine Mühe hatte, zum 3:1 einzuschiessen.

1958 Schweden

Juste Fontaines 13 Tore sind noch heute WM-Rekord, waren letztlich aber nicht genug. Denn nicht Frankreich, sondern Brasilien und Gastgeber Schweden standen im Finale in Stockholm.
Schweden ging überraschend in Führung, doch schon fünf Minuten später glichen die Brasilianer aus. Garrincha liess gleich zwei gegnerische Verteidiger stehen und legte auf Vava zurück, der sich nicht zweimal bitten liess – wie auch 20 Minuten später beim 2:1. Danach folgte der grosse Auftritt des erst 17-jährigen Pelé: Mit dem Oberschenkel nahm er den Ball an, hob ihn auf Kopfhöhe an, drehte sich blitzschnell und zog direkt ab – Tor. Sein zweiter Streich folgte in der Schlussminute. Im gegnerischen Strafraum stieg er am höchsten und machte Brasilien mit seinem Tor zum 5:2 zum Weltmeister. Ein neuer Star war geboren – der beste Fussballer aller Zeiten – und mit ihm das Team, das den Weltfussball über Jahre dominieren sollte.
Der WM-Ball bestand wiederum aus 18 Teilen, die jedoch erstmals im Zickzackstich zusammengenäht wurden, was die Nähte weicher machte.

1954 Schweiz

Nach acht Minuten lag Ungarn im Finale in Bern bereits 2:0 in Führung, doch die BR Deutschland konnte binnen acht Minuten ausgleichen. Es goss in Strömen, was die Aufgabe vor allem für die Torhüter nicht leicht machte. Doch der deutsche Torwart Turek gab sich auf dem glitschigen Terrain keine Blösse und brachte die Ungarn Mal für Mal zum Verzweifeln.
Fünf Minuten vor Schluss dann der Schock: Schäfer flankte in den Strafraum. Der Ball kam zu Rahn, der loslief, sich zu verheddern schien und mit dem linken Fuss abzog – vorbei am ungarischen Torhüter Grosics zum 3:2 für Deutschland.
Die Ungarn, die von 1950 bis 1956 nur ein Spiel – ausgerechnet dieses Finale – verlieren sollten, waren geschlagen. Mit einem Puskas im Vollbesitz der Kräfte wäre wohl mehr möglich gewesen, aber eben … Beim denkwürdigen WM-Finale wurde mit einem 18-teiligen Ball gespielt, der in verschiedenen Ausführungen bis 1966 verwendet werden sollte.

1950 Brasilien

Auch 1950 wurde mit einem traditionellen Ball eines hiesigen Produzenten gespielt. Er bestand wiederum aus zwölf Teilen, die zur Entlastung der Nähte aber erstmals abgerundet waren.
Unvergessen ist das Spiel zwischen den Grossmächten England und USA in Belo Horizonte. Fussball war damals in den USA eine klare Randsportart. Dennoch siegten die USA 1:0 und sorgten damit für eine faustdicke Überraschung.
Der Ball, mit dem der historische Sieg erzielt wurde, ist heute übrigens in der „Soccer Hall of Fame“ in Oneonta im Bundesstaat New York in den USA zu bewundern. Die grösste Sensation folgte indes zum Schluss: Nicht Gastgeber Brasilien, sondern Uruguay holte sich dank einem 2:1 den WM-Titel.

1938 Frankreich

Diesmal traf Italien auf Ungarn, die dem Schwung der Azzurri und ihrem modernen Spiel aber wenig entgegenzusetzen hatten. Überragend war das Spiel der Italiener im Mittelfeld und über die Flügel. Krönung der Galavorstellung war Biavatis Hackenpass zehn Minuten vor Schluss auf Mittelstürmer Piola, der den Ball sicher zum 4:2 versenkte.
Die nächste FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ sollte erst in zwölf Jahren über die Bühne gehen. So fest hatte der Krieg die Welt im Griff. Wie bei den beiden ersten Endspielen war der Ball ein lokales Fabrikat aus zwölf Teilen und braunem Leder.

Italien 1934

Im zweiten WM-Finale standen sich Gastgeber Italien und die Tschechoslowakei gegenüber. Bis acht Minuten vor Schluss lagen die Tschechen mit 1:0 in Führung. Dann täuschte Orsi nach einem Zuspiel von Guaita mit links einen Schuss an, um mit rechts abzuziehen. Aus unerfindlichen Gründen begann der Ball zu flattern und segelte über den Torhüter in die Maschen. Das Spiel ging darauf in die Verlängerung, die Italien dank einem weiteren Treffer für sich entschied.
Am folgenden Tag versuchte Orsi sicher 20 Mal seinen Kunstschuss vor versammelter Fotografenschar zu wiederholen – ohne Erfolg. Nicht einmal ins leere Tor wollte der Ball zum Schluss segeln.
Gut möglich, dass der Ball gegen Ende des Spiels etwas verformt war und deshalb zu flattern begann– also nicht etwa wegen Orsis Talent.

Uruguay 1930

Der WM-Ball von 1930 bestand aus zwölf Teilen. Im Finale zwischen Gastgeber Uruguay und Argentinien wurde indes mit zwei Bällen gespielt, nachdem beide Teams auf ihren Ball gepocht hatten. Der uruguayische Ball war angeblich etwas grösser als der argentinische. Da der Umfang jedoch auf 68 bis 70 cm begrenzt war, dürfte der Unterschied verschwindend klein gewesen sein. Dennoch blieb den Veranstaltern nichts anderes übrig, als die erste Hälfte mit dem argentinischen und die zweite mit dem uruguayischen Ball spielen zu lassen. Argentinien führte zur Pause 2:1. In der zweiten Hälfte drehte Uruguay allerdings mächtig auf und siegte 4:2.

Bälle der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™

2010 Südafrika

Jabulani is the Official Match Ball of the FIFA World Cup Southafrica 2010

Der offizielle Matchball der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ heisst Adidas Jabulani.

Nicht nur die Mannschaften müssen sich für die Weltmeisterschaft qualifizieren, auch der offizielle Matchball musste sich den Tests des FIFA-Qualitätskonzeptes für Fussbälle unterziehen. Nach eingehender Prüfung wurde ihm das FIFA APPROVED Gütesiegel verliehen.

Nun freuen wir uns auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™, wo adidas Jabulani die Hauptrolle spielen wird und in vielen spannenden Szenen seine Qualität unter Beweis stellen kann..

2006 Deutschland

Über drei Jahre Forschung und Entwicklung stecken im „+Teamgeist™“, dem bislang besten Fussball von adidas. 14 Einzelteile wurden völlig neu verarbeitet und sorgten so für ein perfektes Ballgefühl, das die Spieler zu Höchstleistungen animierte.
Der Ball wurde mehrfach auf Herz und Nieren geprüft: zuerst vom adidas-Expertenteam im Labor, dann von Profispielern und -klubs auf dem Spielfeld. Hinzu kamen weitere Tests zusammen mit der Sporttechnologie-Forschungsgruppe der renommierten Universität Loughborough. Alle Tests bestätigten, dass der +Teamgeist™ runder, präziser und beständiger war als jeder andere Ball.
Erst im Elfmeterschiessen wurde das Finale in Berlin entschieden. Frankreich weinte, während Italien seinen vierten WM-Titel bejubelte. Nicht weniger als zehn Spieler hatten für Italien bei dieser WM getroffen – eine einzigartige Teamleistung. Auf Seiten Frankreichs bleibt währenddessen Zinedine Zidanes rote Karte in Erinnerung.

2002 Korea/Japan

Während dreier Jahre hatten die Forscher in den adidas-Laboratorien im süddeutschen Scheinfeld am WM-Ball getüftelt. Ergebnis war der sechslagige „Fevernova“. Sein Inneres bestand aus einer Blase aus natürlichem Latex, dann kamen eine dreilagige Raschelware, synthetischer Schaum, eine Polyurethanschicht, eine Schutzschicht aus Iriodin und schliesslich ein durchsichtiger, abriebfester Polyurethanfilm. Das traditionelle Triaden-Muster war zwei grossen Triaden gewichen, deren Ecken sich im Uhrzeigersinn in Grau, Rot und Gold nach aussen drehten. Ebenfalls neu war die Grundfarbe: Champagner statt Weiss. Über 2500 Bälle wurden für die Endrunde hergestellt. Hinzu kamen sechs Millionen hochwertige Originale und Nachbildungen, die weltweit verkauft wurden.
Im Finale im japanischen Yokohama trafen mit Brasilien und Deutschland die beiden erfolgreichsten WM-Teams aufeinander. Mit seinen beiden Toren in der zweiten Halbzeit sicherte Ronaldo den Brasilianern nicht nur ihren fünften WM-Titel, sondern schüttelte endlich auch die Geister von 1998 ab. Es war ein hartes, ausgeglichenes Duell, in dem die individuelle Klasse von Ronaldo schliesslich den Ausschlag gab.

1998 Frankreich

Mit dem „Tricolore“ gelangte 1998 erstmals ein farbiger Ball zum Einsatz. In den Triaden waren einige typische Symbole von Gastgeber Frankreich verewigt: Hahn, TGV und Turbine. Der Ball war aus syntaktischem Schaum gefertigt, der mehr Fülle und einen explosiveren Rücksprung versprach als herkömmliche Materialien. Der Schaum bestand aus Gasbläschen, die bei jeder Ballberührung gleichmässig Energie freisetzten.
In Paris kam es zum Traumfinale zwischen Gastgeber Frankreich und Titelverteidiger Brasilien, der seltsam gehemmt schien, allen voran der angeblich angeschlagene Superstar Ronaldo.
Die Franzosen wollten vor heimischer Kulisse unter allen Umständen gewinnen. Fast mühelos gingen sie durch zwei Kopfballtore des nachmaligen FIFA-Weltfussballers des Jahres, Zinedine Zidane, 2:0 in Führung.
Emmanuel Petit erhöhte schliesslich auf 3:0 und machte Frankreichs ersten WM-Triumph perfekt. Nach den unglücklichen Halbfinalniederlagen 1982 und 1986 ging der FIFA WM-Pokal damit endlich in die Heimat von Jules Rimet, dem Begründer der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™, was ausgiebig gefeiert wurde.

1994 USA

Der „Questra“ symbolisierte den Griff nach den Sternen, die sich denn auch in den Triaden wiederfanden. Der Ball wurde in Frankreich hergestellt und von den Teams und Spielern in Europa und den USA ausgiebig getestet. Er bestand aus fünf verschiedenen Materialien, ganz aussen aus widerstandsfähigem und dennoch nachgiebigem Polyurethan.
Im Finale kam es zu einer Neuauflage des Endspiels von 1970. Dieses Mal biss sich Brasilien an der italienischen Verteidigung allerdings die Zähne aus. Nach 120 Minuten stand es immer noch 0:0, dies vor allem auch, weil Roberto Baggio, der Italien praktisch im Alleingang ins Finale geschossen hatte, an der Achillessehne verletzt und weitgehend wirkungslos geblieben war.
Folglich ging ein WM-Finale erstmals ins Elfmeterschiessen. Für Brasilien hatte bereits Marcio Santos verschossen, für Italien Baresi und Massaro, als Baggio den Ball weit über Taffarels Tor hämmerte und der Seleção damit ihren vierten WM-Titel schenkte

1990 Italien

Ein etruskischer Löwe zierte die Triaden des „Etrusco“, der ebenfalls aus verschiedenen vollsynthetischen Schichten gefertigt war. Eine Schicht aus Latex sorgte für die nötige Stabilität und Reissfestigkeit, eine aus Neopren für optimalen Wasserschutz und die äussere Hülle aus Polyurethan für möglichst wenig Abrieb und einen perfekten Rücksprung.
Im Finale standen sich wieder Argentinien und die BR Deutschland gegenüber.
Das Spiel kam jedoch nicht annähernd an das erste WM-Finale zwischen den beiden heran. Ein einziges Tor entschied letztlich die Partie: Brehmes Strafstoss in der 85. Minute nach einem Foul an Völler.
Auch sonst ging es hitzig zu und her. Gleich zwei Argentinier sahen Rot: zuerst Monzon nach einem Foul an Klinsmann und in der 87. Minute auch noch Dezotti, der Kohler den Ball aus den Händen reissen wollte, weil dieser seiner Ansicht nach auf Zeit spielte. Damit war Franz Beckenbauer nun auch als Trainer Weltmeister, was vor ihm erst einem gelungen war.

1986 Mexiko

Der aus mehreren synthetischen Schichten gefertigte „Azteca“ war für damalige Verhältnisse revolutionär. Die einzelnen Schichten, die alle verschiedene Eigenschaften aufwiesen, verliehen dem Ball mehr Stabilität und Festigkeit und machten ihn vollständig wasserdicht. Hinzu kam das innovative Design: Triaden in Form einer aztekischen Mauer – ein absolutes Novum.
Im Finale traf Kampfgeist auf spielerische Brillanz.
Dank zweier Tore schien Argentinien einem ungefährdeten Sieg entgegenzusteuern, bis die Deutschen – nicht zum ersten Mal in einem WM-Finale – Moral bewiesen und in der 82. Minute zum Ausgleich kamen.
Angefeuert vom Publikum, warf Argentinien alles nach vorne. Schlieslich war es Burruchaga, der der Albiceleste nach einem mustergültigen Pass von Kapitän Maradona den zweiten WM-Titel sicherte.
Mann des Abends war Maradona, der auch ohne eigenen Treffer keinen Zweifel daran liess, wer derzeit der beste Spieler war.

1982 Spanien

Mit dem „Tango España“ begann das Zeitalter der synthetischen Bälle. Zwar bestand der Ball noch immer weitgehend aus Leder, mit seiner wasserabstossenden Polyurethanschicht war er aber zu einem echten Hightech-Produkt geworden.
Im Finale traf die BR Deutschland auf Italien, das sich nicht etwa auf die überragenden Qualitäten seines 40-jährigen Torhüters Dino Zoff verliess, sondern keck nach vorne spielte.
Die Angriffsbemühungen wurden in der 59. Minute schliesslich belohnt: Paolo Rossi, der bei dieser WM bereits fünfmal getroffen hatte, verwertete mit einem Flugkopfball eine Flanke von Gentile zum 1:0. Italien gewann letztlich 3:1 – und das trotz eines verschossenen Elfmeters!

1978 Argentinien

Bei der WM 1978 in Argentinien liess sich adidas bei der Namensgebung erstmals vom Gastgeber inspirieren: Tango hiess der WM-Ball, der zudem zum ersten Mal das adidas-Markenzeichen – ein dreistreifiges Dreieck oder kurz „Triade“ – trug.
Im Finale in Buenos Aires war von Anfang an viel Zündstoff. Ganze fünf Minuten hatten die Argentinier auf sich warten lassen, bis es endlich losgehen konnte. Die Niederländer waren ausser sich vor Wut und spielten statt totalen Fussball nun voll auf den Mann, genauso wie die Argentinier.
Mann des Tages war Kempes, der in der Verlängerung zuerst zwei Verteidiger, den Torhüter und dann auch noch zwei Abwehrspieler auf der Linie ausnahm und mit seinem zweiten Treffer Argentinien 2:1 in Führung brachte. Das 3:1 von Luque war letztlich nur noch Zugabe.
Einmal mehr blieb den Niederländern nur der Titel der Sieger der Herzen. Argentinien im blau-weissen Konfettiregen war währenddessen der strahlende Sieger.

1974 Deutschland

Bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ 1974 in Deutschland erlebte der Telstar als „Durlast“ eine Neuauflage.
Im Finale traf der Gastgeber mit den Niederlanden auf das damals weltbeste Team, das gleich zu zaubern begann. Unwiderstehlich setzte Johan Cruyff zu einem Solo über den ganzen Platz an und liess dabei Gegner um Gegner stehen, bis er von Uli Hoeness regelwidrig gestoppt wurde.
Johan Neeskens verwandelte den fälligen Strafstoss, was die Niederländer sichtlich beflügelte. Wie berauscht spielten sie nun, bis Wim Jansen Paul Breitner von den Beinen holte und Deutschland zum Ausgleich kam. Nun wurde das Finale zu einem richtigen Schlagabtausch. In der 68. Minute war es schliesslich Gerd Müller, der auf Zuspiel von Rainer Bonhof für die Entscheidung sorgte. Damit durfte Franz Beckenbauer bei seinem dritten Anlauf endlich die lang ersehnte WM-Trophäe entgegennehmen.

1970 Mexiko

In Mexiko begann die Ära von adidas, die bis heute anhält. Das deutsche Unternehmen wurde offizieller Balllieferant und verpasste dem Ball als Erstes einen charakteristischen Namen: Telstar in Anlehnung an den kleinen, runden Kommunikationssatelliten, der 1962 von Florida aus ins All geschossen wurde und wohl nicht zuletzt dank dem gleichnamigen Welthit von „The Tornados“ weltbekannt wurde. Der Lederball aus 20 weissen Sechs- und 12 schwarzen Fünfecken war dem weiss-schwarzen Satelliten zum Verwechseln ähnlich und wurde zum Inbegriff des Fussballs, der weltweit unzählige Künstler, Grafiker und Zeichner inspirieren sollte. Der Telstar, von dem für die Endrunde gerade einmal 20 Stück gefertigt wurden, war ein echter Verkaufsschlager. Nach dem Turnier ging er ganze 600 000 Mal über den Ladentisch.
Im Finale traf Angriffszauber auf Defensivkunst. Mit einem spektakulären Kopfball brachte Pelé Brasilien in Führung. Ein leichtsinniger Rückpass von Clodoaldo mit der Hacke ermöglichte Italien jedoch den Ausgleich. Nach einer flachen Hereingabe legte Gerson für Brasilien aber bald wieder vor. Jairzinho, der als einziger in jedem Spiel ein Tor erzielt hatte, erhöhte schliesslich auf 3:1, bevor Kapitän Carlos Alberto nach einem herrlichen Sturmlauf für den 4:1-Endstand besorgt war.
Die Brasilianer feierten ihren dritten Titel und durften die Jules-Rimet-Trophäe damit behalten.

1966 England

Für die WM-Endrunde 1966 lud der englische Fussballverband alle führenden Anbieter ein, einen neutralen Ball einzureichen, so auch Slazenger, ein Sportartikelhersteller aus Dewsbury in Yorkshire. Dem 32-jährigen Malcom Wainwright, der seit seinem 16. Lebensjahr Bälle herstellte und als bester Näher der Firma galt, kam die Ehre zu, das Muster anzufertigen. „Ich habe insgesamt etwa 20 Bälle genäht“, erzählt er. „Sie bestanden aus 24 Teilen, das heisst sechs Bändern aus je drei Stück Leder. Die Mittelteile der Bänder hatten an den rechten Winkeln eine zusätzliche Naht und boten somit besseren Halt. An diesen Stellen musste ich besonders sorgfältig arbeiten.“
„Die Bälle wurden vom Geschäftsführer gewogen und von Auge geprüft. Dank seiner Erfahrung konnte er sofort sehen, ob die Bälle wirklich rund und die Nähte perfekt waren. Er wählte schliesslich den besten aus und schickte ihn nach London.“
Die eingereichten Bälle wurden mit Nummern versehen und anschliessend von Experten des Verbands auf Umfang, Druckverlust, Gewicht, Rückprall usw. geprüft. Das Rennen machte schliesslich Slazenger.
Wainwright und sieben weitere Näher waren in der Folge für die Produktion der 300 Bälle besorgt, die für die WM benötigt wurden. Jeder Ball war im Innern mit dem Namen des Nähers versehen. Dies hatte ganz praktische Gründe. Bevor die letzte Naht geschlossen wurde, musste ein Facharbeiter nämlich die Blase einsetzen. Da die Näher im Akkord bezahlt wurden, musste der Ball danach wieder dem richtigen Näher zugeteilt werden.
Der Ball, der beim 4:2-Finalsieg Englands gegen die BR Deutschland verwendet wurde, blieb für Jahre verschwunden. Eigentlich hätte er an Geoff Hurst, den einzigen Schützen eines Hattricks in einem WM-Finale, gehen sollen, doch irgendwie geriet er in die Hände des Deutschen Helmut Haller. Der gab ihn seinem Sohn, der mit dem edlen Stück danach während Jahren im Garten gespielt haben soll. Heute ist er im nationalen Fussballmuseum in Preston in England zu bestaunen. Wer das Meisterstück tatsächlich gefertigt hat, ist nicht bekannt. Der Name dürfte für immer und ewig ein Geheimnis bleiben, denn wer möchte das wertvolle Exemplar dafür schon auftrennen?

1962 Chile

Die Bälle der WM 1962 entsprachen in keiner Art und Weise europäischen Standards. Zahlreich waren die Klagen, dass sich die Bälle bei Regen mit Wasser vollsogen und bei Sonnenschein an Farbe verloren. Fünf Bälle standen für das Eröffnungsspiel zwischen Chile und der Schweiz zur Verfügung. Doch keiner fand vor dem englischen Schiedsrichter Ken Aston Gnade. Ein Ersatzball war auf die Schnelle allerdings nicht zur Hand. Erst in der 55. Minute konnte das erbärmliche Original ausgetauscht werden. Nach diesem Vorfall wurden für die restlichen Spiele umgehend europäische Modelle eingeflogen.
Im Finale in Santiago ging Aussenseiter Tschechoslowakei überraschend in Führung. Titelverteidiger Brasilien war ernsthaft gefordert, konnte glücklicherweise aber auf die tatkräftige Unterstützung von Torhüter Shrojf zählen, der die ansonsten so bombensichere tschechische Abwehr an diesem Tag ganz alt aussehen liess. Zuerst liess er einen haltbaren Schuss von Amarildo passieren, dann stand er beim Kopfball von Zito nicht auf seinem Posten, und zu guter Letzt liess er einen Flankenball von Djalma Santos genau vor die Füsse von Vava fallen, der keine Mühe hatte, zum 3:1 einzuschiessen.

1958 Schweden

Juste Fontaines 13 Tore sind noch heute WM-Rekord, waren letztlich aber nicht genug. Denn nicht Frankreich, sondern Brasilien und Gastgeber Schweden standen im Finale in Stockholm.
Schweden ging überraschend in Führung, doch schon fünf Minuten später glichen die Brasilianer aus. Garrincha liess gleich zwei gegnerische Verteidiger stehen und legte auf Vava zurück, der sich nicht zweimal bitten liess – wie auch 20 Minuten später beim 2:1. Danach folgte der grosse Auftritt des erst 17-jährigen Pelé: Mit dem Oberschenkel nahm er den Ball an, hob ihn auf Kopfhöhe an, drehte sich blitzschnell und zog direkt ab – Tor. Sein zweiter Streich folgte in der Schlussminute. Im gegnerischen Strafraum stieg er am höchsten und machte Brasilien mit seinem Tor zum 5:2 zum Weltmeister. Ein neuer Star war geboren – der beste Fussballer aller Zeiten – und mit ihm das Team, das den Weltfussball über Jahre dominieren sollte.
Der WM-Ball bestand wiederum aus 18 Teilen, die jedoch erstmals im Zickzackstich zusammengenäht wurden, was die Nähte weicher machte.

1954 Schweiz

Nach acht Minuten lag Ungarn im Finale in Bern bereits 2:0 in Führung, doch die BR Deutschland konnte binnen acht Minuten ausgleichen. Es goss in Strömen, was die Aufgabe vor allem für die Torhüter nicht leicht machte. Doch der deutsche Torwart Turek gab sich auf dem glitschigen Terrain keine Blösse und brachte die Ungarn Mal für Mal zum Verzweifeln.
Fünf Minuten vor Schluss dann der Schock: Schäfer flankte in den Strafraum. Der Ball kam zu Rahn, der loslief, sich zu verheddern schien und mit dem linken Fuss abzog – vorbei am ungarischen Torhüter Grosics zum 3:2 für Deutschland.
Die Ungarn, die von 1950 bis 1956 nur ein Spiel – ausgerechnet dieses Finale – verlieren sollten, waren geschlagen. Mit einem Puskas im Vollbesitz der Kräfte wäre wohl mehr möglich gewesen, aber eben … Beim denkwürdigen WM-Finale wurde mit einem 18-teiligen Ball gespielt, der in verschiedenen Ausführungen bis 1966 verwendet werden sollte.

1950 Brasilien

Auch 1950 wurde mit einem traditionellen Ball eines hiesigen Produzenten gespielt. Er bestand wiederum aus zwölf Teilen, die zur Entlastung der Nähte aber erstmals abgerundet waren.
Unvergessen ist das Spiel zwischen den Grossmächten England und USA in Belo Horizonte. Fussball war damals in den USA eine klare Randsportart. Dennoch siegten die USA 1:0 und sorgten damit für eine faustdicke Überraschung.
Der Ball, mit dem der historische Sieg erzielt wurde, ist heute übrigens in der „Soccer Hall of Fame“ in Oneonta im Bundesstaat New York in den USA zu bewundern. Die grösste Sensation folgte indes zum Schluss: Nicht Gastgeber Brasilien, sondern Uruguay holte sich dank einem 2:1 den WM-Titel.

1938 Frankreich

Diesmal traf Italien auf Ungarn, die dem Schwung der Azzurri und ihrem modernen Spiel aber wenig entgegenzusetzen hatten. Überragend war das Spiel der Italiener im Mittelfeld und über die Flügel. Krönung der Galavorstellung war Biavatis Hackenpass zehn Minuten vor Schluss auf Mittelstürmer Piola, der den Ball sicher zum 4:2 versenkte.
Die nächste FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ sollte erst in zwölf Jahren über die Bühne gehen. So fest hatte der Krieg die Welt im Griff. Wie bei den beiden ersten Endspielen war der Ball ein lokales Fabrikat aus zwölf Teilen und braunem Leder.

Italien 1934

Im zweiten WM-Finale standen sich Gastgeber Italien und die Tschechoslowakei gegenüber. Bis acht Minuten vor Schluss lagen die Tschechen mit 1:0 in Führung. Dann täuschte Orsi nach einem Zuspiel von Guaita mit links einen Schuss an, um mit rechts abzuziehen. Aus unerfindlichen Gründen begann der Ball zu flattern und segelte über den Torhüter in die Maschen. Das Spiel ging darauf in die Verlängerung, die Italien dank einem weiteren Treffer für sich entschied.
Am folgenden Tag versuchte Orsi sicher 20 Mal seinen Kunstschuss vor versammelter Fotografenschar zu wiederholen – ohne Erfolg. Nicht einmal ins leere Tor wollte der Ball zum Schluss segeln.
Gut möglich, dass der Ball gegen Ende des Spiels etwas verformt war und deshalb zu flattern begann– also nicht etwa wegen Orsis Talent.

Uruguay 1930

Der WM-Ball von 1930 bestand aus zwölf Teilen. Im Finale zwischen Gastgeber Uruguay und Argentinien wurde indes mit zwei Bällen gespielt, nachdem beide Teams auf ihren Ball gepocht hatten. Der uruguayische Ball war angeblich etwas grösser als der argentinische. Da der Umfang jedoch auf 68 bis 70 cm begrenzt war, dürfte der Unterschied verschwindend klein gewesen sein. Dennoch blieb den Veranstaltern nichts anderes übrig, als die erste Hälfte mit dem argentinischen und die zweite mit dem uruguayischen Ball spielen zu lassen. Argentinien führte zur Pause 2:1. In der zweiten Hälfte drehte Uruguay allerdings mächtig auf und siegte 4:2.

„SPEEDCELL“ –
Der richtige Ball für ein perfektes Spiel 

Speedcell

Vor dem  Start  zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 wurde vor einigen Monaten das neue, offizielle Spielgerät, der Adidas SPEEDCELL, präsentiert!

Der Ball besticht in erster Linie durch sein individuelles Design. Nicht nur die erfrischenden Farben machen ihn zu einem echten „Eye-Catcher“. Das Design des SPEEDCELL steckt voller Symbolik und spiegelt so zentrale Eigenschaften des Fussballs, wie Geschwindigkeit, Stärke und technische Finesse wider.

Auffallend ist das Elf-Linien-Design, das in Anlehnung an die elf Spieler Teamgeist und mannschaftliche Geschlossenheit repräsentieren soll.

Geschwindigkeit und Flugverhalten begeistern die Spielerinnen

Optisch ein Hochgenuss überzeugt das neue Modell  darüber hinaus durch technische Neuerungen.

Wie schon die vorangegangenen mit dem FIFA-Gütesiegel zertifizierten WM-Bälle überzeugt auch das aktuelle Modell durch stabiles Flugverhalten, hervorragenden Kontakt zwischen Schuh und Oberfläche des Balls und einer damit verbundenen außergewöhnlichen Präzision und Beschleunigung.

Nahtlose Oberfläche dank neuester Technologien

Der Ball erreicht eine aussergewöhnliche Rundheit in Verbindung mit einer nahtlosen Oberfläche. Damit erfüllt er das für das FIFA-Gütesiegel erforderliche Kriterium  der beständigen Rundheit problemlos. Auch alle weiteren geforderten Eigenschaften des FIFA Qualitätskonzeptes für Fussbälle erfüllt dieser Ball. So ermöglicht er trotz ständig zunehmenden Geschwindigkeiten eine hohe Ballkontrolle und optimales Handling für die Spieler.

Gütesiegel-Kriterien garantieren hohe Qualität

Dass der Ball das höchste FIFA-Gütesiegel erreicht hat, attestiert dem SPEEDCELL eine herausragende Qualität. Selbstverständlich kommt der SPEEDCELL auch bei internationalen und nationalen Herrenmannschaften zum Einsatz. Bei den FIFA Qualitätstests wird keineswegs zwischen Herren- und Frauenmodellen unterschieden. Entscheidend ist allein die herausragende Performance des Spielgeräts. Letztlich bestimmt das Können der Spieler sowie die Qualität des Balles über Erfolg und Attraktivität eines jeden Spiels.

Fazit: Der moderne Fussballsport wird immer attraktiver und technisch besser – der aktuelle  WM-Ball steht dem in nichts nach!

Entwicklung des Balls

Wie alles begann

Seit Menschengedenken wird gekickt. Ein Tritt gegen einen Stein oder einen Knochen – so oder ähnlich mag in der Steinzeit alles begonnen haben.
Sicher ist, dass die alten Chinesen bereits vor 3000 Jahren Fussball gespielt haben, wenn auch nicht zum Spass, sondern wohl eher zur militärischen Ertüchtigung. Gespielt wurde mit Tierhäuten, die mit Haaren oder Federn gefüllt waren. Als „Tore“ dienten zehn Meter hohe Pfosten. Tsu chu nannte sich dieses Spiel, dessen runder Ball und eckiges Tor Yin und Yang, die alten Symbole für Harmonie, verkörpern sollten.

Der Fussball wurde wahrscheinlich vor 3000 Jahren in China erfunden. Allerdings hat er viele Vorläufer, z. B. das feierliche japanische Kemari, das auf diesem Aquarell aus dem 19. Jahrhundert zu sehen ist. Abbildung des nationalen Fussballmuseums in Preston (Grossbritannien)

Geradezu leidenschaftliche Spieler waren die Griechen und Römer. Blutige Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe, für die sie eigene Arenen errichten liessen, bereiteten ihnen ebenso grossen Spass wie der vergleichsweise harmlose Fussball. Episkyres nannten die Griechen ihren Fussball, Harpastum die Römer, wobei der Ball bei beiden Formen mehrheitlich getragen wurde.

Beim Harpastum, das sich vom griechischen Wort Harapzein (packen) ableitet, wurde auf einem markierten Feld mit einem mit Sand gefüllten Ball in der Grösse einer Grapefruit gespielt. Gegenüber standen sich wahrscheinlich je zwölf Spieler, die –vergleichbar mit heute – feste Positionen hatten. Der Ball wurde wie gesagt mehr getragen und geworfen, denn mit dem Fuss gespielt. Das Spiel ähnelte insofern dem heutigen Rugby, wobei ziemlich viel Geschick gefragt war. Ein weiterer wichtiger Unterschied zum heutigen Fussball war, dass der Ball die eigene Hälfte möglichst nicht verlassen sollte und die Tore wie beim Rugby durch Ablegen des Balls erzielt wurden.

In irgendeiner Form wurde auf der ganzen Welt „Fussball“ gespielt, gesittet wie bei den Japanern, Persern, Ägyptern, Assyrern und Indianern in Nordamerika oder eher brutal wie bei den Wikingern, die die Köpfe ihrer Feinde angeblich als Trittobjekte missbrauchten. Grosse Fussballfans waren auch die Azteken in Mexiko. Ihr sogenanntes Tlachtli, das mit zwei Teams à sieben Spielern und einem dick in Gummi eingewickelten Stein gespielt wurde, war ein wichtiges Kulturgut. Für ihren Volkssport, bei dem es bisweilen um sehr hohe Wetteinsätze ging, liessen sie eigens Stadien errichten.

Wenn sich die Urformen des Fussballs auch wesentlich voneinander unterscheiden, eines haben sie gemeinsam: Gespielt wurde immer mit einem Ball, der möglichst in eine bestimmte Richtung fliegen sollte. Später kam der Rückprall hinzu, der ihn letztlich zum beliebtesten und erfolgreichsten Spielgerät der Welt gemacht hat.

Entwicklung des Balls

Wie alles begann

Seit Menschengedenken wird gekickt. Ein Tritt gegen einen Stein oder einen Knochen – so oder ähnlich mag in der Steinzeit alles begonnen haben.

Der Fussball wurde wahrscheinlich vor 3000 Jahren in China erfunden. Allerdings hat er viele Vorläufer, z. B. das feierliche japanische Kemari, das auf diesem Aquarell aus dem 19. Jahrhundert zu sehen ist. Abbildung des nationalen Fussballmuseums in Preston (Grossbritannien)

Sicher ist, dass die alten Chinesen bereits vor 3000 Jahren Fussball gespielt haben, wenn auch nicht zum Spass, sondern wohl eher zur militärischen Ertüchtigung. Gespielt wurde mit Tierhäuten, die mit Haaren oder Federn gefüllt waren. Als „Tore“ dienten zehn Meter hohe Pfosten. Tsu chu nannte sich dieses Spiel, dessen runder Ball und eckiges Tor Yin und Yang, die alten Symbole für Harmonie, verkörpern sollten.

Geradezu leidenschaftliche Spieler waren die Griechen und Römer. Blutige Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe, für die sie eigene Arenen errichten liessen, bereiteten ihnen ebenso grossen Spass wie der vergleichsweise harmlose Fussball. Episkyres nannten die Griechen ihren Fussball, Harpastum die Römer, wobei der Ball bei beiden Formen mehrheitlich getragen wurde.

Beim Harpastum, das sich vom griechischen Wort Harapzein (packen) ableitet, wurde auf einem markierten Feld mit einem mit Sand gefüllten Ball in der Grösse einer Grapefruit gespielt. Gegenüber standen sich wahrscheinlich je zwölf Spieler, die –vergleichbar mit heute – feste Positionen hatten. Der Ball wurde wie gesagt mehr getragen und geworfen, denn mit dem Fuss gespielt. Das Spiel ähnelte insofern dem heutigen Rugby, wobei ziemlich viel Geschick gefragt war. Ein weiterer wichtiger Unterschied zum heutigen Fussball war, dass der Ball die eigene Hälfte möglichst nicht verlassen sollte und die Tore wie beim Rugby durch Ablegen des Balls erzielt wurden.

In irgendeiner Form wurde auf der ganzen Welt „Fussball“ gespielt, gesittet wie bei den Japanern, Persern, Ägyptern, Assyrern und Indianern in Nordamerika oder eher brutal wie bei den Wikingern, die die Köpfe ihrer Feinde angeblich als Trittobjekte missbrauchten. Grosse Fussballfans waren auch die Azteken in Mexiko. Ihr sogenanntes Tlachtli, das mit zwei Teams à sieben Spielern und einem dick in Gummi eingewickelten Stein gespielt wurde, war ein wichtiges Kulturgut. Für ihren Volkssport, bei dem es bisweilen um sehr hohe Wetteinsätze ging, liessen sie eigens Stadien errichten.

Wenn sich die Urformen des Fussballs auch wesentlich voneinander unterscheiden, eines haben sie gemeinsam: Gespielt wurde immer mit einem Ball, der möglichst in eine bestimmte Richtung fliegen sollte. Später kam der Rückprall hinzu, der ihn letztlich zum beliebtesten und erfolgreichsten Spielgerät der Welt gemacht hat.

Entwicklung des Balls

Mittelalter

Mit den ersten aufspringenden Bällen im Mittelalter wandelte sich der Fussball allmählich zu dem Sport, den wir heute kennen.
Laut dem auf das französische und englische Mittelalter spezialisierten Historiker J. J. Jusserand waren die Normannen wesentlich für die Verbreitung des Fussballs in Europa verantwortlich. Mit ihrem Eroberungsfeldzug 1066 brachten sie den Fussball nach England.

Mit den Normannen kam auch der Fussball nach England. Diese Radierung von 1835 zeigt „La Soule“, eine brutale Fussballform, die im Mittelalter in der Normandie und der Bretagne gespielt wurde. Abbildung des nationalen Fussballmuseums in Preston (Grossbritannien).
Im Mittelalter wurde mit allem Fussball gespielt, das sich irgendwie mit dem Fuss spielen liess. Dieser primitive Lederbeutel war geradezu ideal.
Für das Shrovetide-Spiel wird jedes Jahr kunstvoll ein neuer Ashbourne-Ball gefertigt. Nach geschlagener „Schlacht“, in der der Ball über eine Meile zum anderen Spiefeldlende gespielt werden muss, ist er kaum wiederzuerkennen. 
Abbildung des nationalen Fussballmuseums in Preston (Grossbritannien). 

Wiege des damaligen Fussballs war die Bretagne in Frankreich. Schon im frühen Mittelalter wurde dort „La Soule“ – von „sol“ (Sonne) oder „solea“ (Schuhsohle) – oder „Choule“ – von „choler“ (treten) – gespielt.
Spielgerät war ein fester Ball aus Leder oder Holz, der oft mit Haaren oder Moos gefüllt war. Ziel waren Bäche, Bäume oder Wände, die mit dem Ball getroffen werden mussten.
Hunderte Männer balgten sich jeweils um den Ball. Wirkliche Regeln gab es keine, weshalb das Ganze mehr einer Massenschlägerei mit oftmals blutigem Ausgang als einem Spiel glich.
Einmal sollen einige Spieler in der Hitze des Gefechts im Meer ertrunken sein. Bei einem Spiel am Teich von Pont l’Abbé soll es gar 40 Tote gegeben haben.
 Das ging der französischen Monarchie entschieden zu weit, die mehr als einmal versuchte, das Spiel zu verbannen.

Brachial ging es auch in England zu und her. Mit selbst fabrizierten Bällen, etwa mit Kork gefüllten Weinbeuteln aus Leder, lieferten sich Horden von Gesellen auf den Strassen hitzige Gefechte. Gespielt wurde auf lediglich ein Tor, was das Ganze noch brenzliger machte. Auch die englischen Könige versuchten deshalb, dem Treiben ein Ende zu setzen. 1365 sah sich König Edward III. gar aus militärischen Gründen zu einem Fussballverbot veranlasst. Statt zu kämpfen oder sich beim Bogenschiessen zu üben, spielte seine Armee lieber Fussball.
Mit der Entdeckung der Schweinsblase für den Fussball erfuhr der Sport einen weiteren Entwicklungsschub. Da sie sehr gut vom Boden zurücksprang, setzte sie sich rasch durch. Unklar ist, wie sie aufgeblasen wurde, sehr wahrscheinlich mit einfachsten Pumpen. Das Ganze war allerdings nicht wirklich rund, weshalb der Rückprall kaum zu berechnen war. Doch das war gerade der Reiz an der ganzen Sache. Für die damaligen wilden Fussballspiele war die fragile Konstruktion indes nur beschränkt geeignet. Regelmässig platzte die Blase, weshalb sie zunehmend mit Leder verstärkt wurde.

Entwicklung des Balls

Ältester Ball

Der älteste erhaltene Lederfussball ist wahrscheinlich über 450 Jahre alt. Er wurde 1999 im Dachgebälk über dem Schlafzimmer von Queen Mary im schottischen Schloss Stirling gefunden. Wie Nachforschungen ergeben haben, hat die Königin den Ball – eine in graues Leder gefasste Schweinsblase – von ihrem Balkon aus jeweils in den Hof geworfen, wo ihre Bediensteten und Soldaten bereits spielbereit waren. Gespielt wurde allerdings nicht Fussball, sondern eher eine Form von Rugby.

Foto von Stirling Smith Art Gallery and Museum, Stirling, Grossbritannien.

Unklar ist, wie der Ball im Gebälk landete. Sehr wahrscheinlich blieb er dort stecken, als er vom Hof wieder zurück ins Zimmer gespielt wurde. Die Szenerie hat 2001 gar den schottischen Mundartdichter James Robertson zu einem Vers inspiriert:

Dies ist der Ball von Schloss Stirling, den Queen Mary von ihrem Boudoir zu Beginn eines Fussballspiels zwischen dort stationierten Truppen in den Hof geworfen haben soll.

Entwicklung des Balls

Association Football

Rasch breitete sich der Fussball in der Folge aus, zuerst an Schulen, Universitäten und in Studentenvereinigungen, später auch in Klubs. Ein Hindernis waren indessen lange die unterschiedlichen Regeln, die an den einzelnen Schulen galten.

1848 setzten sich Absolventen von Eton, Harrow, Westminster, Charterhouse, Shrewsbury und vielen weiteren Hochschulen daher an einen Tisch, um gemeinsame Regeln zu vereinbaren und sich so zu „vereinigen“. Entstanden sind die sogenannten Cambridge-Regeln mit insgesamt 14 Punkten, von denen viele noch heute in den Spielregeln verankert sind, wie das Abseits, nicht aber die Bestimmung, wonach der Ball zwar nicht gefangen, aber immerhin mit den Händen gestoppt werden darf.
1857 wurde mit Sheffield Wednesday der erste Fussballklub gegründet, der nicht einer Schule oder Universität angegliedert war. Dieser legte wiederum eigene Regeln – etwa die Pflicht, zur Unterscheidung farbige Mützen zu tragen, was das Kopfballspiel wohl nicht gerade einfach machte – fest, womit die schöne Ordnung dahin war.
Am 26. Oktober 1863 unternahm der Fussball deshalb einen weiteren Versuch, seine Regeln zu vereinheitlichen. Elf Teams gründeten zusammen einen Verband: die „Football Association“, den ersten und einzigen Verband, der ohne eine Landesbezeichnung auskommt. Es war ein bahnbrechender Moment, der vielleicht wichtigste für den Fussball überhaupt.
1866 wurden erstmals Regeln für den Fussball als Spielgerät erlassen. Für ein Spiel zwischen den Fussballverbänden Londons und Sheffields wurde ein „Lilywithe’s Number 5“ vorgeschrieben, mit dem später auch beim Challenge-Pokal gespielt wurde.

Der Modellzwang beim Challenge-Pokal wurde schliesslich durch eine Massvorgabe (Umfang von 68,5 bis 71 cm) ersetzt, die ab 1883 für alle Spiele galt. 1889 wurde zudem ein Standardgewicht von 340 bis 425 g erlassen, das 1937 von 397 bis 453 g geändert wurde.

Entwicklung des Balls

Volkssport

Noch bis ins 19. Jahrhundert war der Fussball einer privilegierten Schicht vorbehalten. Bei sechs Tagen Arbeit und einem Sonntag, an dem der Kirchbesuch Pflicht und jegliche Ausgelassenheit streng verboten war, blieb für den Sport schlicht keine Zeit.


Erst mit der industriellen Revolution in England fand der Sport mehr Beachtung. Aufgrund der Mechanisierung der Landwirtschaft zogen ganze Heerscharen von Landarbeitern in die Städte, um in der aufkommenden Industrie ein neues Auskommen zu finden.

Die Arbeit in den Fabriken war hart, langweilig und monoton und verlangte deshalb dringend nach Abwechslung. Hinzu kam, dass der Samstagnachmittag neu arbeitsfrei war. Der Fussball wurde damit gegen Ende des 19. Jahrhunderts rasch populärer, worauf erste Ligen gegründet wurden. Damit stieg auch die Nachfrage nach Ausrüstung, insbesondere nach Bällen.
Mit der Verbreitung des Fussballs ging auch dessen Professionalisierung einher. In den 1870er-Jahren gestand etwa der Schotte J. J. Laing, dass er von Sheffield Wednesday entlöhnt werde. Da in der Folge immer mehr verdeckte Zahlungen aufflogen, beschloss der Verband 1885, Vergütungen offiziell zuzulassen; allerdings nur gegen strenge Auflagen – etwa bei den Transfers zwischen Klubs und beim Wohnort des Spielers –, womit die Spieler kaum noch über Spielraum verfügten.

How is a football manufactured?

Almost every football manufactured today is made of synthetic leather because its thickness varies far less than real leather. Normally, a ball consists of several layers of material that are covered with a waterproof coating. The layers are printed and cut into panels of various shapes, usually pentagons or hexagons, though sometimes rectangles or other shapes, all of which are stitched together to form the ball.

 Huge drums were used for tanning the hides. Photo courtesy of Pittards Leeds, UK

Balls are usually finished by hand by skilled stitchers, though some are manufactured by machine. It takes over four hours to produce a handstitched ball with its 1,400 to 2,000 stitches. The ball is sewn together inside out. Before the last piece is stitched, the ball is turned the correct way round, then the rubber valve is inserted and the last stitch is sewn using a special curved tool. This allows the stitchers to pull the threads from inside the ball and ensure a perfect smooth finish.

History Facts

Early Tanning Processes

Animal hides were certainly the first forms of clothing. They would have offered warmth in winter but were inclined to go stiff in the cold. In the summer they would have rotted in the heat and become extremely smelly! Without tanning the bacteria in an animal hide will cause it to disintegrate fairly quickly but the tanner’s art is to use the right chemical and finishing processes to create perfect piece of finished leather. The tanner’s art has not changed over hundreds of years but the speed and sophistication of the process has. For instance, 150 years ago it could take up to two years to tan leather properly - now the entire process can be completed in less than a week.

Leather Football Manufacture in the Twentieth Century

The ball construction changed little in the middle half of the twentieth century. Leather was the only material used and balls were generally either of the 12-panel ‘box’ construction or the 18-panel variety. Both worked on the same six-sided rounded cube pattern developed by Joseph Pracey. In the 12-panel version, the six sides of the cube are effectively split into two and, in the 18-panel version, they are split into three.
In the 1920s, manufacturers also started to use strong cloth to back the leather to prevent it from stretching a going out of shape. And improved water resistance was created by coating the leather with water-resistant materials or synthetic paint.
Until the 1930s, all the leather panels had to be cut by hand so, however skilled the cutter, there was always a margin of error. By the 1930s, however, manufacturers had developed machines with shaped cutting knives which speed up the cutting process and made for more uniformity. The panels were also plain so each stitcher had to punch his own stitching holes by hand with an awl.
The Disadvantages of Leather
Whilst anyone who has played with a leather football would say that, at the time, there was nothing like the feel of a brand new leather ball. But leather has its disadvantages. Firstly, one could never be sure how long that ‘perfect feel’ would last. If the leather panels stretched, then the ball would soon become misshapen. But worse still was the problem of water absorption. Although various coatings were tried out in the latter part of the 20th century, leather was quite water absorbent and by the end of a match in a downpour a leather ball could weigh 25% more than when it started it which made for a less-controlled game and was not at all pleasant for the players. To help the ball keep its shape and size, cloth linings were used to back the leather but often the linings were too strong which made the ball feel hard and unresponsive.
Leather is also a natural material and, although it would be finished and shaved to an even thickness, nevertheless imperfections could occur. Indeed post-war leather was of such poor quality that the ball burst in both the English FA Cup Finals of 1946 and 1947!

Synthetic Leather

A major breakthrough in football manufacture came in the 1960s with the first totally-synthetic football seeing the light of day.
This was because manufacturers began to look for a material with more consistency. This search coincided with the development of artificial or synthetic leather. This was developed originally not for the benefit of football but for the very much bigger market of clothing, footwear and accessories such as handbags. This was itself part of a much larger trend of using synthetic materials to produce consumer goods to replace traditional materials such as steel, wood, cloth and of course leather.

Synthetic materials are basically created from polymers, molecules of chemicals (mainly derived from petrochemicals like oil) which react together to form long chains. Different combinations of chemicals produce materials with differing characteristics. For example: polyethylene is soft and can be used for plastic films such as those used in sandwich bags; polypropylene is more brittle and often used for packaging such as yoghurt containers; polyamide is more commonly known as nylon which can be turned into hardwearing carpets and brushes and so on.

PVC (polyvinyl chloride) was the first choice for early footballs. When blended with a plasticiser it becomes pliable and had been very successfully used in the clothing industry for raincoats since it was waterproof and could be stitched easily. Some footballs are still made of PVC but it is not the perfect choice since it scuffs quite easily and can become brittle in cold weather and tacky in hot weather.

A better choice for footballs proved to be polyurethane which is formed from the reaction of molecules of diisocyanate and dialcohol and is very versatile. One form of polyurethane can be spun into elastic fibres called, spandex, most commonly seen in Lycra sports clothing. Some can be foamed by forcing pressurised gas into the polymerising mixture and are used, for example, in a soft form in upholstery and a hard form in surf boards.
Natural leather workers hate the description ‘artificial leather’ preferring the more accurate name ‘synthetic material but there is no doubt that the average consumer would find it very difficult to tell the difference between real leather and a polyurethane-coated material without a very close inspection!

Synthetic materiala are produced in specialist factories on a rolling production line. Peter Stonehouse of one such coated textile manufacturers, J.B. Broadley, based in Lancashire, UK which made materials for footballs until the late 1980’s, explains:
“Firstly a roll of silicone-coated paper around 1,000 metres long and 160 centimetres wide is loaded at the start of the spreading line. The paper will generally have an emboss or pattern in it which is reproduced on the material. The roll goes though a series of feed rollers and a solution of polyurethane is pumped on and spread to an even thickness over the paper. This may be only a few hundredths of a centimetre thick and will usually also contain pigment and other additives to give it the correct appearance.
“The weight of the coating is checked to ensure that it is even throughout and then the roll continues though a long oven to solidify the coating. This can be heated from anything between 70º to 150º Centigrade. A second coat of polyurethane is then pumped and spread of the previous coating. This mixture is thicker however. This thickness can be created by the introduction of air either by foaming the polyurethane mixture as one would whisk egg whites or by introducing a chemical blowing agent which decomposes into tiny gas bubbles.

“Then the second layer then goes through a similar drying process.
“For footballs,, a third layer will generally then be applied. The roll of backing material - poly-cotton generally - is laminated onto the back of the polyurethane roll whilst it is still tacky. This gives strength to the final material and prevents it stretching and going out of shape - but not so much that it loses its elasticity.
“Finally the paper is peeled off for subsequent re-use and the roll of finished material is trimmed, inspected and delivered to customers.”
But much testing and technology goes into finding his perfect polyurethane material for football because the ball has to fit certain criteria. Firstly, the Laws of the Game state it must weigh between no more than 450 grammes and no less than 410 grammes. Taking into account the weight of the bladder and valve and sewing twine, the cut leather patches must be of an exact weight to make up the difference so it is important that the thickness of the material is calculated exactly.
Then the ball must have a circumference between 68 cm and 70 cm. Providing the patches are the right shape and size, one might conclude that this is no problem to achieve with a leeway of two centimetres. However, the ball also has to be inflated to up to 1.1 bar which puts a strain on the material itself so, if it is too soft, the ball will over-inflate (like a soft rubber a balloon) to reach the required pressure and will become too large.

This is one of the reasons that the polyurethane film is backed with a supporting material - to minimise the stretch. But because this supporting material is woven it will have a certain amount of natural stretch in itself. The material is woven from strands of thread set on a loom. Long strands of thread known as the ‘warp’ run longitudinally and then shuttles interweave threads alternatively up and under the longitudinal threads. This is known as the ‘weft’. Pull a piece of material and you will see that there is much more stretch in the weft than there is in the warp and, where clothing is concerned, it is important that manufacturers take this into consideration.
The same applies to footballs. It is important that the amount of stretch in the casing of the ball is equally balanced all round. If the ball were constructed with the stretch all one way, then eventually, over time and with use, it would become more oval and consequently unbalanced. So the material for footballs is tested for several characteristics before it even gets to the ball manufacturers.

For example, the material is tested for resistance to abrasion and scuffing and also that the layers do not split because they have peeled. Stretch and breaking point is also measured on a tensile strength machine. Peter Longstroth, quality control manager at Broadley’s, the says “General stretch on the warp would usually be around five to 12 per cent before the material would break and on the weft between 12% to 25% s.” This means that there is more stretch one way than the other.”
Materials can be tested in a laboratory of course but it really had to be made up into a ball to see more precisely how it would behave under the pressures of a match and in wet weather.
 

Synthetic material is produced in 1,000- metre rolls on a rolling production line. Photo courtesy of J.B. Broadley, Leeds UK

Making a Football

Regardless of whether the ball is made from leather of from a synthetic material, the method of making A hand-sewn ball has changed very little over a hundred years. One well-known name in the 1970s was that of Minerva who manufactured balls in North London. This is a step-by-step demonstration shows how a ball was made then. The process is more automated now with printing, weatherproofing, cutting and hole-punching done by machinery but hand-sewing is still done in exactly the same way now as it was done a century ago.

Photos courtesy of Chris Fairclough from his book ‘Making Footballs’

Modern Football Manufacture

As the game increased dramatically and globally in popularity so the nature of manufacturing began to change also. Smaller firms found that they could no longer compete on price with the bigger companies who were able to take advantage of the world-wide marketplace to source both material and labour.

Now over 40 million footballs are produced each year. They vary in price from a few dollars in to perhaps $150 or more. It is difficult to estimate the actual number of football manufacturers worldwide but, suffice to say, just over 100 manufacturers are registered FIFA licensees. These include: the big, worldwide brands which have some three-quarters of the world market between them; other somewhat smaller companies which still have a world market; those which are well-known and mainly sell in their own countries; right down to small manufacturers producing only a few hundred footballs a year. Of course many of the household-name companies produce sportswear and footwear as well and so footballs are simply part of their product range.

Where the major brands are concerned, marketing and distribution is mainly done from big US or European headquarters with satellite offices, or agents, in the major markets. Manufacture of both materials and balls is almost exclusively done in Asia. Gone are the days when a hide from a slaughtered cow went to a local tannery and thence to a nearby leatherworks to be turned into footballs. In the 21st century, synthetic materials may be sourced from China, Korea, Taiwan, India, Thailand or any other Asian country and may then be sewn in yet another. The chances are that the ball itself will be made in Pakistan and in the Sialkot region in particular. The region has made a speciality of football manufacture, a proportion as own brands, but the majority being made for one of the big manufacturers.

Wie wird ein Fussball hergestellt?

Fast alle Bälle werden heute aus Kunstleder hergestellt, da es im Gegensatz zu echtem Leder immer gleich dick ist. Ein Ball besteht üblicherweise aus mehreren Schichten und einem wasserfesten Schutzfilm. Die Schichten werden aufeinandergedruckt, in verschiedenförmige Stücke – meist Fünf- oder Sechsecke, mitunter auch Rechtecke oder andere Formen – geschnitten und zusammengenäht.

 Huge drums were used for tanning the hides. Photo courtesy of Pittards Leeds, UK

 

Auch wenn heute immer mehr Maschinen zum Einsatz gelangen, werden die letzten Nähte immer noch von Hand geschlossen. Für einen handgefertigten Ball mit 1400 bis 2000 Stichen braucht ein Näher über vier Stunden. Der Ball wird bis auf das letzte Teil von innen zusammengenäht, dann umgedreht, mit dem Gummiventil versehen und mit einer krummen Nadel geschlossen. So kann der Faden nach aussen gezogen und die Naht perfekt geschlossen werden.

Geschichte

Erste Gerbprozesse

Die ersten Kleider bestanden aus Tierhäuten oder -fellen. Im Winter spendeten sie zwar angenehme Wärme, wurden aber schnell steif. Im Sommer liessen sie natürliche Bakterien faulen, da sie sich ohne fachmännische Behandlung rasch zersetzten. Erst die Gerbung machte sie haltbar. Mit dem richtigen Verfahren liessen sie sich leicht zu perfektem Leder veredeln. Das Handwerk des Gerbers hat sich über die Jahrhunderte nicht stark verändert, ganz anders die Verfahren. Während für das Gerben von Leder vor 150 Jahren noch bis zu zwei Jahre erforderlich waren, dauert es heute nicht einmal mehr eine Woche.

Herstellung von Lederfussbällen im 20. Jahrhundert

Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Bälle ausschliesslich aus Leder hergestellt, zumeist aus 12, mitunter auch aus 18 Teilen. Diese wurden stets zum sechsseitigen Würfelmodell von Joseph Pracey verarbeitet, wobei die Seiten bei zwölf Teilen zweigeteilt und bei 18 dreigeteilt wurden.
In den 1920er-Jahren wurde das Leder zum Teil mit Stoff verstärkt, damit es sich nicht verzog. Mit wasserfesten Materialien oder einer synthetischen Lackierung wurde es zudem besser gegen Wasser geschützt.
Bis in die 1930er-Jahre mussten alle Lederteile von Hand zugeschnitten werden, womit Fehler bei aller Sorgfalt vorprogrammiert waren. Neu entwickelte Maschinen sorgten für weniger Fehler und schnellere Prozesse. Die zugeschnittenen Teile kamen direkt zu den Nähern, die mit einer Ahle an den Rändern Löcher einstanzten, bevor sie mit Nähen begannen.

Nachteile von Leder

Es geht nichts über einen neuen Lederball, werden viele sagen, doch das perfekte Spielgefühl ist leider nicht von Dauer. Bei grosser Belastung gerät der Ball schnell ausser Form. Geradezu Gift für den Ball ist Wasser. Ende des 20. Jahrhunderts wurden verschiedene Schutzschichten getestet, jedoch ohne grossen Erfolg. Bei heftigem Regen wog ein Lederball am Ende eines Spiels gut und gerne 25 % mehr als zu Spielbeginn, worunter nicht nur das Spiel, sondern auch die Begeisterung der Spieler litt. Um den Ball strapazierfähiger zu machen, wurde das Leder mit Stoff verstärkt. Statt zu weich war es nun aber oft zu hart und damit schlecht spielbar.
Hinzu kam, dass Leder als natürliches Material immer gewisse Unregelmässigkeiten aufwies. Die Qualität spielte deshalb eine entscheidende Rolle. Doch gerade nach dem Krieg war nur minderwertiges Leder erhältlich, was beim englischen Pokalfinale sowohl 1946 als auch 1947 deutlich wurde: Beide Male platzte der Ball.

Kunstleder

Mit dem ersten vollsynthetischen Fussball kam in den 1960er-Jahren der grosse Durchbruch. Nach intensiver Suche fanden die Hersteller in künstlichem oder synthetischem Leder die Lösung. Dieses war für die Herstellung von Kleidern, Schuhen und Accessoires wie Handtaschen entwickelt worden und entsprach dem neuen Zeitgeist, traditionelle Materialien wie Stahl, Holz, Stoff und Leder bei der Konsumgüterproduktion durch synthetische Materialen zu ersetzen.

Fliessbandproduktion von synthetischem Material auf 1000-Meter-Rollen. Foto von J. B. Broadley, Leeds, Grossbritannien.

 

Synthetische Materialen werden aus Polymeren und chemischen Molekülen (hauptsächlich aus Petrochemikalien wie Öl) hergestellt. Zusammen bilden sie lange Ketten. Je nach Zusammensetzung weisen sie unterschiedliche Eigenschaften auf. Während Polyethylen eher weich und so für Plastikfolien in der Lebensmittelindustrie verwendet wird, ist Polypropylen spröd und deshalb unter anderem für Joghurtbecher geeignet. Polyamid wiederum – besser bekannt als Nylon – ist sehr belastbar und daher für strapazierfähige Teppiche und Bürsten ideal.
Die ersten künstlichen Bälle wurden aus PVC (Polyvinylchlorid) hergestellt, das durch Zusatz eines Weichmachers elastisch wird und wegen seiner wasserabweisenden Eigenschaft bereits zu Regenmänteln verarbeitet wurde. Noch heute werden Bälle aus PVC produziert. Allerdings ist es trotz seiner einfachen Verarbeitung nicht mehr erste Wahl, da es sich relativ schnell abnützt. Zudem wird es bei Kälte brüchig und bei Wärme klebrig.
Besser geeignet ist daher Polyurethan, das durch die Polyadditionsreaktion von Diisocyanaten und Dialkoholen entsteht und vielseitig einsetzbar ist. Zu elastischen Fasern gesponnen, wird Polyurethan als Spandex oft zu Lycra-Sportkleidern verarbeitet. Durch Einpressen von Gas in das Polymerisationsgemisch wird Polyurethan in weicher Form etwa auch für Polster und in hartem Zustand für Surfbretter verwendet.
Auf den ersten Blick lässt sich echtes Leder kaum von künstlichem Leder – Fachleute sprechen lieber von synthetischem Leder – unterscheiden.
Synthetische Materialien werden heute am Fliessband in Spezialfabriken hergestellt. Peter Stonehouse vom Spezialproduzenten J. B. Broadley in Lancashire (Grossbritannien), der seit den späten 1980er-Jahren Fussbälle herstellt, erklärt:

„Zu Beginn der Produktion wird eine Rolle mit silikonbeschichtetem Papier von 160 Zentimetern auf etwa 1000 Meter eingespannt. Das Papier hat im Allgemeinen eine Prägung oder ein Muster, das auf dem Material wiedergegeben wird. Die Rolle läuft über mehrere Vorschubwalzen, während eine Polyurethanlösung gleichmässig auf das Papier gespritzt wird. Die Schicht – manchmal nur wenige Hundertstelzentimeter dick – enthält für die Optik in der Regel auch Pigmente und andere Zusätze.
Die Schicht wird auf Gewicht und Ebenmässigkeit geprüft, bevor die Rolle bei einer Temperatur von 70 bis 150 °C in einem langen Ofen gehärtet wird. Danach wird eine zweite Polyurethanschicht aufgetragen. Diese ist dicker, weil sie wie Eiweiss aufgeschäumt oder mit einem chemischen Treibmittel angesetzt wird, das kleine Gasbläschen bildet.
Die zweite Schicht wird dann ebenso gehärtet wie die erste. Bei Fussbällen wird noch eine dritte Schicht aufgetragen. Anschliessend wird die noch klebrige Polyurethanrolle auf der Rückseite mit Baumwolle verstärkt. Das Material wird damit strapazierfähiger und bleibt schön elastisch.
Zum Schluss wird das Papier zur neuerlichen Verwendung abgezogen, worauf das Endprodukt zugeschnitten, kontrolliert und ausgeliefert wird.“
Da der Ball gewissen Kriterien genügen muss, wird ständig an der perfekten Polyurethanmischung getüftelt. Gemäss Spielregeln muss der Ball zwischen 410 und 450 Gramm wiegen. Die Blase, das Ventil, die Schnur der Nähte und die Lederteile müssen deshalb zusammen genau auf dieses Gewicht kommen. Aus diesem Grund muss die Dicke des Materials genau berechnet werden.
Ferner muss der Ball einen Umfang von 68 bis 70 Zentimetern haben, was bei der heutigen Technik eigentlich kein Problem sein sollte. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Ball bis zu einem Druck von 1,1 bar aufgeblasen werden kann, was im Material für ziemlich viel Spannung sorgt. Ist es etwa zu weich, wird der Ball zu gross (wie ein Ballon), bis er den erforderlichen Druck erreicht.
Aus diesem Grund wird die Polyurethanschicht verstärkt, damit sie weniger elastisch ist. Da dieses Stützmaterial aber gewoben ist, enthält es eine natürliche Elastizität. Das Gewebe besteht aus zwei Fadensystemen: der Kette (Kettfaden) und dem Schuss (Schussfaden), die rechtwinklig verkreuzt werden, wobei die vorgespannten Kettfäden den Träger bilden, in den sukzessive von einer Webkante zur anderen die Schussfäden eingezogen werden. Interessant dabei ist, dass der Schussfaden viel elastischer ist als der Kettfaden, was gerade bei der Herstellung von Kleidern beachtet werden muss.
Bei den Bällen ist darauf zu achten, dass die Hülle gleichmässig elastisch ist. Ist sie etwa nur in eine Richtung dehnbar, wird der Ball mit zunehmender Dauer und Nutzung oval und folglich einseitig. Aus diesem Grund wird das Material auf mehrere Eigenschaften geprüft, bevor es an die Ballproduzenten ausgeliefert wird.
So wird beispielsweise getestet, ob das Material abrieb- und scheuerfest ist und sich die einzelnen Schichten nicht voneinander lösen. Im Weiteren werden auf einer speziellen Maschine die Dehnungsfähigkeit und Bruchstelle gemessen. Peter Longstroth, zuständig für die Qualitätskontrolle bei Broadley’s, meint dazu:

„Die Kette reisst in der Regel bei einer Dehnung von 5 bis 12 %, der Schuss erst bei 12 bis 25 %. Das heisst, dass die Elastizität in eine Richtung stärker ist.“

Trotz aller Labortests zeigt sich letztlich aber erst auf dem Platz, wie das Material der Spielbelastung und feuchten Bedingungen standhält.

Produktion eines Fussballs

Das eigentliche Fussballhandwerk hat sich ungeachtet der verwendeten Materialien in den letzten 100 Jahren nur wenig verändert. Eine bekannte Marke in den 1970er-Jahren war Minerva mit Sitz in Nordlondon. Diese Bilder zeigen Schritt für Schritt, wie ein Ball damals hergestellt wurde. Inzwischen ist vieles automatisiert – der Ball wird maschinell bedruckt, beschichtet, geschnitten und gestanzt –, doch genäht wird heute immer noch wie vor 100 Jahren.

Photos courtesy of Chris Fairclough from his book ‘Making Footballs’

Moderne Fussballproduktion

Im Zuge des weltweiten Fussballbooms wandelten sich die Produktionsprozesse radikal. Viele kleine Firmen mussten aufgeben, weil sie preislich mit den grossen Herstellern mit ihren weltweiten Einkaufs- und Produktionskanälen nicht mehr mithalten konnten.Mittlerweile werden jedes Jahr mehr als 40 Millionen Fussbälle produziert, die von einigen wenigen Dollar bis zu 150 Dollar oder gar mehr kosten. Die tatsächliche Zahl der Hersteller lässt sich schwer abschätzen.

Fest steht aber, dass 90 von ihnen FIFA-Lizenznehmer sind. Es sind dies grosse internationale Marken, die drei Viertel des Weltmarkts beherrschen, aber auch mehr oder minder kleine Unternehmen, die ebenfalls weltweit präsent sind oder aber hauptsächlich für den Heimmarkt produzieren, und nicht zuletzt exklusive Fabrikanten, die nur einige Hundert Bälle pro Jahr fertigen. Während Fussbälle für sie das Kerngeschäft sind, sind sie für die grossen Sportartikelhersteller nur ein Produkt von vielen.

Die grossen Marken vermarkten und vertreiben ihre Produkte weitgehend über ihre USA- oder Europazentralen, wobei sie auf den wichtigsten Märkten Zweigstellen oder Niederlassungen betreiben. Die Produktion des Materials und der Bälle erfolgt währenddessen fast ausschliesslich in Asien. Vorbei sind die Zeiten, als die Haut einer geschlachteten Kuh zuerst in einer lokalen Gerberei und dann in einer benachbarten Lederfabrik zu Fussbällen verarbeitet wurde. Im 21. Jahrhundert werden die Rohstoffe in der Regel aus der VR China, der Republik Korea, Taiwan, Indien oder Thailand bezogen und in Pakistan, zumeist in der Sialkot-Region, zu Fussbällen gefertigt. Die meisten Bälle in Sialkot werden im Auftrag der grossen Marken fabriziert. Einige werden später jedoch auch unter lokalen Marken vertrieben.

Perfekte Kugel

Solange niemand auf eine bessere Idee kommt, müssen Fussbälle aus flachen Einzelteilen gefertigt werden. Diese müssen so weich sein, dass sie sich bei einströmender Luft zu einer Kugel ausdehnen lassen. Die puzzleartige Zusammensetzung mag alles andere als ideal erscheinen, lässt den Ball aber schneller und präziser fliegen als ein vollkommen runder Ball.

Abbildungen aus „Platonic and Achimedean Solids“ von Daud Sutton (Wooden Books).

Die Hersteller im 19. Jahrhundert setzten deshalb alles daran, ein Muster zu finden, das dem Ball Halt gab. Da damals noch alles Handarbeit war, sollte es möglichst einfach zuzuschneiden und zu nähen sein.
Das sogenannte Orangenmuster aus acht oder zehn Teilen, die an einem Punkt zusammenlaufen, war insofern zu einseitig, als es sich regelmässig in die Länge zog. Rugby- und American-Football-Bälle werden übrigens noch heute nach dieser Methode hergestellt – und zwar aus lediglich vier Teilen.
Die Fussballhersteller begannen in der Folge, andere Muster zu entwickeln, und kamen dabei bisweilen auf geniale Ideen. Grundsätzlich lässt sich ein Ball oder besser gesagt eine Kugel aber nur auf fünf Arten in gleich grosse, gleichförmige und gleichwinklige Stücke unterteilen. Denkbar sind allein vier Dreiecke, sechs Quadrate, acht Dreiecke, zwölf Fünfecke oder zwanzig Dreiecke.

Ikosaederstumpf: Die gängigste geometrische Form für Fussbälle. Sie besteht aus 12 Fünfecken, die von 20 Sechsecken eingefasst sind.   Rhombenikosidodekaeder: 62 Teile (12 Fünfecke, die über 20 Dreiecke und 30 Quadrate miteinander verbunden sind).
     

Grosses Rhombenikosidodekaeder: ebenfalls 62 Teile (12 Zehnecke, die über 20 Achtecke und 30 Quadrate miteinander verbunden sind).

 

Abgeschrägtes Dodekaeder: Von allen archimedischen Körpern kommt diese Form einer Kugel am nächsten. Sie besteht aus 12 Fünfecken und 80 Dreiecken.

Abbildungen von Wikipedia.

Je weniger Einzelteile verwendet werden, desto elastischer müssen diese sein, damit sich der Ball möglichst rund aufblasen lässt. Zu elastisch dürfen sie aber auch nicht sein, da sich der Ball ansonsten zu stark aufblasen lässt und so zu gross oder gar uneben wird.

Das sechsteilige Urmuster in Form eines Würfels liess sich nur mit sehr elastischem Leder einigermassen zu einer Kugel aufblasen. Indem die einzelnen Stücke in zwei oder gar drei Teile geschnitten wurden, konnte auch weniger elastisches Material verwendet werden, da weniger Spannung auf die einzelnen Teile wirkte. Das Muster wurde laufend perfektioniert, zu inzwischen 26 Teilen. Bei dieser Variante werden die sechs Seiten ebenfalls dreigeteilt, wobei die Mittelstücke nochmals in drei Stücke unterteilt werden. Dadurch wird der Ball noch stabiler.

Dreiecke konnten sich dahingegen nie durchsetzen, ebenso wenig die vier- oder achtteiligen Modelle, die sich mit dem verfügbaren Material gar nicht erst zu einem Ball hätten formen lassen. (Der Ball im Workington-Spiel besteht aus vier einfachen Dreiecken.) Die Variante mit 20 Teilen fiel wahrscheinlich durch, weil stets fünf Dreiecke an einem Punkt zusammenlaufen, was beim Nähen extreme Präzision verlangt.

Das gängigste Modell ist heute ein Ikosaederstumpf, der aus 20 Sechsecken und 12 Fünfecken besteht. Der sogenannte Fussballkörper ist nicht etwa eine neuzeitliche Erfindung, sondern eine Entdeckung der grossen griechischen Mathematiker vor über 2000 Jahren.

Diese komplexe Form zu beschreiben, ist nicht ganz einfach. Am besten stellt man sich ein eckiges Objekt vor, das so in eine Kugel gepresst werden soll, dass all seine Ecken das Innere der Kugel berühren.
Plato ist der Urvater dieser geometrischen Form. Er begründete die „platonischen Körper“, die sich dadurch charakterisieren, dass ihre Seitenflächen zueinander kongruente regelmässige Vielecke sind, z. B. ein Würfel (Hexaeder) oder ein Ikosaeder aus 20 gleichseitigen Dreiecken.

Archimedes, der Entdecker des archimedischen Prinzips (Auftriebsprinzip, über dessen Entdeckung er sich so sehr freute, dass er nackt auf die Strassen Athens lief und „Heureka“ (Ich hab’s gefunden) rief), ging noch einen Schritt weiter, indem er die archimedischen Körper definierte. Dabei handelt es sich um 13 verschiedene Formen, sogenannte Polyeder (Vielflächner), deren Seitenflächen regelmässige Vielecke (z. B. Dreiecke, Quadrate, Fünf-, Sechs-, Acht- oder Zehnecke) sind und sich so perfekt in eine Kugel pressen lassen. Ein 20-seitiges Ikosaeder mit abgestumpften Ecken kommt einem Fussball schon ziemlich nahe.

Noch besser eignen sich allerdings der Ikosaederstumpf mit insgesamt 32 Stücken (Kombination aus Fünf- und Dreiecken), das Rhombenikosidodekaeder (Fünf-, Dreiecke und Quadrate) und das grosse Rhombenikosidodekaeder (Achtecke, die von Quadraten und Fünfecken umrahmt sind).

Sollen flache Teile zu einer möglichst gleichmässigen Kugel verarbeitet werden, geschieht dies am besten in Form einer geodätischen Kugel. Grundlage ist ein platonischer Körper, z. B. ein Ikosaeder, dessen Flächen so in gleichseitige Dreiecke unterteilt werden, dass alle Eckpunkte auf der Oberfläche einer Kugel liegen. Damit wirkt weniger Spannung auf den Körper.
Der Clou an der Sache ist, dass die Muster der Dreiecke selbst möglichst eine geodätische Kuppel bilden. Eine Möglichkeit besteht darin, zehn Fünfecke in zwölf gleichförmige, aber nicht gleichseitige Dreiecke zu unterteilen. Dabei käme man aber auf 120 Stücke, was für die Näher einen Riesenaufwand bedeuten würde. Zwar könnten einige der kleineren Dreiecke zu anderen, wenn auch eher komplizierten Formen verschmolzen werden, womit man noch bei 40 Teilen wäre. Doch auch hier würden viele Stellen an einem Punkt zusammenlaufen.

Geodätische Kugel: Diese besteht aus Sechsecken, die in sechs gleich grosse Dreiecke unterteilt sind. Die Struktur ist extrem strapazierfähig und wird deshalb oft beim Kuppelbau verwendet. Für Fussbälle eignet sie sich aufgrund der vielen Nahtstellen nur bedingt.
Abbildungen von Wikipedia.

Die beliebteste Fussballform ist heute der Ikosaederstumpf (32 Stücke). Einige Hersteller bevorzugen indes andere Formen. Le Coq Sportif etwa hat den Ikosaederstumpf abgewandelt. Die Kombination aus 12 Fünf- und 20 Dreiecken weist zwar ebenfalls 32 Flächen, aber nur 30 Ecken und 60 Kanten auf.
Uhlsport schwört währenddessen auf sein „TRI CONCEPT“, einen 62-flächigen Rhombenikosidodekaeder aus 12 Fünfecken, die in 30 Quadrate und 20 Dreiecke unterteilt sind. Insgesamt macht das 120 Ecken, von denen jeweils vier am gleichen Punkt zusammenlaufen. Genau hier setzt nun die TRI-CONCEPT-Technologie an. Ein Dreieck und drei Halbquadrate werden zu einer Art T-Form verschmolzen, womit höchstens noch zwei Punkte auf eine gerade Kante treffen.
Eigentlich hängt also alles von der Struktur ab, und dennoch ist für die Konsumenten vielfach das Design ausschlaggebend.
Entsprechend wichtig ist das Design bei der Vermarktung von Fussbällen. Das war nicht immer so. Erst mit der Zeit versuchten vor allem kleine Firmen, sich mit Namensschöpfungen wie „Champion“, „Schiedsrichter“ oder „County“, die allesamt für eine lange Lebensdauer und Qualität bürgen sollten, von der Konkurrenz abzuheben. Die Namen wurden mithilfe einer Metallschablone in schwarzer Farbe auf den fertigen Ball aufgetragen – mit zuweilen wackligem Ergebnis.
Relativ bald wurde deshalb nicht mehr der fertige Ball, sondern die entsprechenden Einzelteile bedruckt. Das sah schon besser aus, sieht man einmal davon ab, dass sich das Schwarz auf den bis in die 1960er-Jahre gebräuchlichen braunen Lederbällen kaum abhob.
Der eigentliche Durchbruch kam 1970, als adidas mit dem Telstar für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ einen schwarz-weissen Ball auf den Markt brachte. Das für damalige Verhältnisse revolutionäre Design war so etwas wie die Initialzündung für die visuelle Vermarktung von Fussbällen. Hinzu kam, dass das Material mehr und mehr auf Rollen oder Bändern verarbeitet wurde und sich somit viel einfacher bedrucken liess. In einem Schritt liessen sich so gleich mehrere Muster auftragen.
Nicht mehr nur Logos und Markennamen zieren heute die Bälle, sondern ganze Muster in Form von Schleifen, Dreiecken, Sternen etc. als unverkennbare Erkennungsmerkmale. Oft kunterbunt kommen die Bälle mitunter daher: Nicht mehr nur braun oder weiss mit aufgedrucktem schwarzem Muster sind sie, sondern auch crèmefarben, hellblau, silbern etc. inklusive poppigem Muster.